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Genre: Theater/Tanz
Musik

Ewige Themen der Menschheit
styriarte 2003: Macht der Musik
Wahrheit im Augenblick

2003 hat die styriarte mit prachtvollen Klängen "Die Macht der Musik" beschworen. Eine Fortsetzung der styriarte-Themen der vergangenen Jahre, eine Spurensuche nach der Kraft der Musik, in transzendente Sphären vorzudringen.

Große Kunstwerke - auch die Meisterwerke der Musik - sind so vielschichtig, dass in ihnen sicher jeweils die ganze Welt der Philosophien und der Deutungen Platz hat. Nie sind sie eindimensional oder eindeutig. Aber man kann aus unterschiedlichen Richtungen auf sie schauen, sie nach unterschiedlichen Motiven befragen. Diese Arbeit wollen die styriarte-Themen leisten. Sie fragen immer wieder nach der Bedeutung der Kunst und bieten Spuren zurück in die eigene Identität. Dass man die Gegenwart nicht verstehen kann, wenn man die Vergangenheit nicht kennt und begreift, davon sprechen die styriarte-Programme ebenso wie von der festen Überzeugung, dass gerade und nur die Kunst menschliches Leben wahrhaft human machen kann. 2003 war es bereits zum sechsten Mal, dass die styriarte den "großen Geschichten der Menschheit" nachgespürt hat. Vom Paradies über das Wesen der Liebe, vom Turmbau zu Babel über die Macht der Utopie und schließlich die Sehnsucht nach dem Göttlichen hat der Weg geführt. 2003 - und damit endete diese Reihe - wurde die Macht der Musik selbst zum Thema. Orpheus ist als mythologische Gestalt zu nennen, um den herum sich das Programm entwickelte. Der Künstler, der durch die Kraft seines Gesanges sogar die Götter der Unterwelt rührte, ist eine der mächtigsten, immer wieder befragten und kommentierten Figuren, die Musik personifizieren. In ihr wird die religiöse und spirituelle Kraft von Musik, die den Tod und menschliche Beschränktheit überwindet, ebenso deutlich wie die gesellschaftliche Verantwortung des Künstlers/der Künstlerin. Denn Orpheus handelt mit seinem Gesang in einem sozialen Raum.
Aber das war nur ein Aspekt dieser styriarte. Die Macht der Musik hat nämlich auch ihre gefährlichen Seiten: den schmeichlerischen Gesang der Sirenen, die Menschen betäuben und ins Unheil stürzen; den ekstatischen Rausch der dionysischen Feste, an deren Ende Besinnungslosigkeit ebenso stehen könnte wie die Beseelung in der Trance; und natürlich die strukturelle Macht apollinischer Erkenntnis, jenes Ideal einer kosmischen Harmonie, die in der irdischen Musik ihre mathematische und energetische Entsprechung findet.

Nicht zu vergessen aber auch jene konkreten, heute wirksamen Einflüsse der Musik auf individuelles Leben: das Entstehen von Nähe und der Ausdruck von Fürsorge in Schlaf- und Wiegenliedern, der große Bereich jener gesundenden und therapeutischen Aspekte, die immer wirken, wenn Musik gemacht und erlebt wird. Nikolaus Harnoncourt beschäftigte sich mit der Heiligen der Musik, als er in Stainz Purcells "Cäcilienode" aufführte. Der Concentus Musicus Wien stand ihm dabei so zur Seite wie in der zweiten barocken Huldigung an die Musik, die Nikolaus Harnoncourt dirigierte: Händels prächtiges "Alexander's Feast". Mit dem Chamber Orchestra of Europe und dem Pianisten Pierre-Laurent Aimard stand die Vollendung des Beethoven-Klavierkonzertzyklus' unter Harnoncourt auf dem Programm, ein weiterer Kreis, der sich 2003 schloss. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand aber sicherlich auch der Aufbruch in das neue "Festspielhaus" der styriarte, die "Helmut-List-Halle", die Schauplatz des ersten großen Musiktheater-Ereignisses mit Nikolaus Harnoncourt in der styriarte seit 1986 war. Auf dem Programm: "La Grande-Duchesse de Gérolstein", Jacques Offenbachs hinreißend melodienselige Parodie auf Kleinstaaterei und Liebeswirrungen in Fürstenhäusern. Die Inszenierung besorgte Jürgen Flimm, das Chamber Orchestra of Europe und der Arnold-Schönberg-Chor waren mit von der Partie, und beschworen eine weitere Macht der Musik: die der Komödie und des befreienden Lachens.

Idee und Konzeption: Mathis Huber
Durchführung: Steirische Kulturveranstaltungen GmbH

Ein Projekt der styriarte.

Datum:19.06.2003 - 27.07.2003
Ort:Grazer Altstadt
Helmut List-Halle
Kulturzentrum bei den Minoriten
Mausoleum - Dompfarre Graz, St. Ägidius
Pfarrkirche Pöllau
Pfarrkirche Stainz
Pfarrkirche St. Veit am Vogau
Schauspielhaus Graz
Schloss Eggenberg
Stefaniensaal
Stift St. Lambrecht
Styriarte - Steirische Kulturveranstaltungen GmbH, Salon





externe links:
http://www.styriarte.com




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