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Genre: Film/Foto/Neue Medien


DIAGONALE Specials
Drei Filmevents für Graz

Die DIAGONALE, das Festival des österreichischen Films, präsentierte sich im Rahmen von Graz 2003 mit den "DIAGONALE Specials" zu drei verschiedenen Terminen auch außerhalb der Festivalwoche: Begleitend zur DIAGONALE im März war dem legendären Grazer Drehbuchautor Carl Mayer eine Retrospektive gewidmet, im Sommer lud ein fünfwöchiges Open Air Filmfestival im Augartenpark zu einer filmischen Reise durch Europa ein und im September stellte eine Personale das filmische Gesamtwerk des Fotografen und Filmemachers Robert Frank vor.

CARL MAYER, SCENAR(T)IST
Ein Filmautor zwischen Caligari und Exil

"Du musst Caligari werden!" Ein Lichtspiel. Eine filmische Ballade. Ein Drama in fünf Tagen. Ein Lied von zwei Menschen. "Ein Film von Carl Mayer!" Exzeptionell! Der Name des Drehbuchautors ist es, der auf Plakaten die Meisterwerke des Kinos der 20er-Jahre bewirbt, nicht der des Regisseurs. Mit dem expressionistischen Klassiker "Das Cabinet des Dr. Caligari" schreibt Carl Mayer 1919 Filmgeschichte. Wird kongenialer Partner von F. W. Murnau, für den er unter anderem auch "Der letzte Mann" und "Sunrise" verfasst, den eine aktuelle Umfrage des British Film Institute als einen der besten zehn Filme der Welt bewertet.
Dem Getriebensein des Menschen gilt sein Interesse, Sozialkritik bestimmt die dramatische Konzeption, eine extrem verknappende Schreibweise verdichtet das Geschehen, erzeugt einen unvergleichlichen Rhythmus, der die Kamera zu entfesseln beginnt - durch Carl Mayer findet das stumme Kino seine Sprache.
Auch Carl Mayers Biographie liest sich spannend wie eines seiner Drehbücher, erschütternd wie eines seiner Sujets: 1894 in Graz geboren, wächst er in ärmlichen Verhältnissen auf. Geht nach Berlin, avanciert zum bedeutendsten Autor des deutschen Stummfilms. Schlägt ein Angebot Hollywoods aus. 1933 muss Carl Mayer, Jude, emigrieren. Nach Prag, dann Frankreich, schließlich London. Er wird Script Editor für Elisabeth Bergner, ist die meiste Zeit jedoch arbeitslos, erkrankt an Krebs und stirbt 1944 völlig mittellos im Exil.
"CARL MAYER, SCENAR(T)IST" unternahm eine Wanderung durch Leben und Werk dieses berühmten Grazers, präsentierte in einer Retrospektive seine filmischen Arbeiten, zeichnete in einer umfassenden Publikation mit Fotos, Dokumenten und Texten seine Karriere nach und lud zu einem in Zusammenarbeit mit der "ZONE" konzipierten Stadtspaziergang der besonderen Art ein: An markanten Orten platzierte Monitore boten Flaneuren die Möglichkeit, das Mayer'sche Universum in Bildern und Tönen kennen zu lernen. Eine Reise in die Vergangenheit, die Geschichte und das Kino, zurück ins Graz von heute.

Idee und Konzeption: DIAGONALE, SYNEMA - Gesellschaft für Film und Medien
Monitoring: ZONE

Artikel zum Carl-Mayer-Special (März 2003)


CROSSING EUROPE
DIAGONALE Open Air Filmfestival

"CROSSING EUROPE" - eine filmische Reise quer durch Europa - regionale Besonderheiten und europäische Gemeinsamkeiten - diesseits und jenseits der Schengengrenze - Streifzüge durch verschiedene Genres und Themen - innerhalb und außerhalb der 15 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union - Previews und österreichische Premieren - aktuelle europäische Filme zum Leben in Europa.
Das DIAGONALE Open Air Filmfestival "CROSSING EUROPE" war ein fünfwöchiges Kinoereignis unter freiem Nachthimmel. Im Augarten konnte man jeden Abend einen virtuellen Ausflug in ein anderes europäisches Land unternehmen - zwischen Finnland und Griechenland, zwischen Portugal und der Türkei. "CROSSING EUROPE" stellte die vielfältigen Formen des europäischen Kinos vor, die außerhalb ihrer Produktionsländer nur vereinzelt ins Kino kommen, und bot so die einmalige Gelegenheit, spannendes, unterhaltsames, kritisches und überraschendes Kino aus dem heutigen Europa kennen zu lernen.

Idee und Konzeption: DIAGONALE, Christine Dollhofer, Regina Schlagnitweit (Programmauswahl)

Artikel zum Crossing Europe (Juli 2003)


TRIBUTE ROBERT FRANK
Vom Filmemacher der Beat-Generation zum Autobiographen

Robert Frank umgibt schon zu Lebzeiten die Aura einer Legende. Seit der Publikation seines berühmten Fotobuches "The Americans" (1958) gilt er als einer der bedeutendsten Fotokünstler. Um seine Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern, begann er mit dem Filmemachen. Basierend auf dem Stück "The Beat Generation" von Jack Kerouac realisierte er gemeinsam mit dem Maler Alfred Lesley seinen ersten Film "Pull My Daisy" mit (Selbst)DarstellerInnen wie Allen Ginsberg, Peter Orlovsky, Gregory Corso, Alice Neal, David Amram und Jack Kerouac. "Pull My Daisy" wird zu einem Kult-Klassiker des Lebensgefühls der Beats und gemeinsam mit John Cassavetes’ "Shadows" der Beginn des New American Cinema.
Ab diesem Zeitpunkt changierte sein filmisches Werk zwischen Arbeiten, die gemeinsam mit Künstlerkollegen entstanden, etwa die Dokumentation der Tournee der Rolling Stones "Cocksucker Blues" oder das Roadmovie "Candy Mountain" mit Tom Waits und Arto Lindsay, und Reflexionen über seine Rolle als privates Subjekt, als Ehemann, Freund und Vater, der beide Kinder verliert. Robert Frank erneuerte seine autobiografischen Methoden immer wieder und befragte zunehmend mit den Filmen auch seine Fotos. Seine beiden späten Videos "The Present" (1996) und "Flamingo" (1997) sind filmische Tagebücher, in denen Robert Frank die Intimität der Videokamera für seine Suche nach Bildern, in denen es etwas zu entdecken gibt, was hinter den Bildern liegt, vorzieht.
Der Anspruch, mittels seiner Kunst etwas über das eigene Leben freizulegen, zeigt sich in einer formalen Rauheit seiner Arbeiten: Im Versuch, öffentliche und private Realitäten zu verbinden, zerfließen die Grenzen zwischen den Genres, Autobiografisches mischt sich mit Fiktionalem und Dokumentarischem.
Aus Anlass der Personale Robert Frank wurde erstmals ein Buch publiziert, das sich eingehend der Beschreibung und Analyse seiner bewegten Bilder widmet und seine Entwicklung vom Filmemacher der Beatgeneration zum autobiografischen Essayisten nachzeichnet.

Idee und Konzeption: DIAGONALE, Sixpack Film

Eine Koproduktion von Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas und DIAGONALE - Forum Österreichischer Film.

Datum:Hommage an Carl Mayer im Rahmen der DIAGONALE 2003. 24. bis 30. März 2003.
Open Air Kino: 26. Juli bis 31. August 2003.
Tribute Robert Frank: 11.-21. September 2003.
Ort:Augarten
Augartenkino KIZ
Helmut List-Halle
Schubert-Kino-Café





externe links:
http://www.diagonale.at




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