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Genre: Architektur/Kunst im öffentlichen Raum
Ausstellungen


Latente Utopien
Experimente der Gegenwartsarchitektur

Welches sind die Bedürfnisse und Anforderungen, die die Gesellschaft der Zukunft an die Architektur und den Städtebau stellt? Zaha Hadid und Patrik Schumacher präsentierten in ihrer Ausstellung im Rahmen des steirischen herbst 2002 im Landesmuseum Joanneum unterschiedliche Lösungsmodelle. Utopische Spekulationen, radikale Abstraktionen und neue Ideen - Architekturexperimente mit unbestimmtem Ausgang.

Jede Zeit braucht ihre Utopien. Eine Gesellschaft, die nicht länger über ihre Entwicklung nachdenkt, ist beunruhigend, ist monströs. Die utopische Spekulation wird heute jedoch sehr angezweifelt. In jüngster Zeit werden sogar der Begriff "Fortschritt" und der Ehrgeiz, eine Zukunft zu entwerfen, als unmöglich abgetan. Utopisches Denken wird mit Naivität und gefährlicher Anmaßung gleichgesetzt. Besonders die Geschichte der (gebauten und ungebauten) Architektur der Moderne wird ausdrücklich schlecht gemacht und als Symbol für die Hohlheit und den Misserfolg utopischer Ansprüche angeführt. Man verurteilt jedoch damit auch die radikalen Konzepte von Architekten wie Tony Garnier, Le Corbusier, Ludwig Hilbersheimer oder Frank Lloyd Wright, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine unglaubliche antizipatorische Macht hatten.

Nach 50 Jahren durchschlagenden Erfolgs und weltweiter Rezeption können die (utopischen) Vorstellungen und Prinzipien kaum als "Irrtum" bezeichnet werden, auch wenn die sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen der letzten zwei Jahrzehnte bedeuten, dass sich die gesellschaftlichen Wünsche und Erfordernisse an die Architektur der Stadt der Gegenwart in radikale Antithesen zu den Utopien der Moderne verwandelt haben.

Welches sind aber diese neuen Bedürfnisse, Anforderungen und Fragen, die die Gesellschaft der Gegenwart an die Architektur und den Städtebau stellt? Gibt es ProtagonistInnen, die mit ihrer kreativen Praxis auf diese Herausforderung reagieren?

Die Antworten könnten in den verschiedenen formalen Experimenten liegen, die es heute überall gibt. Denn auf Grund der Unvorhersagbarkeit neu auftauchender gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Muster ist eine einfache und direkte Zielorientierung in Planung und Entwurf unmöglich geworden. Was bleibt, ist eine (mehr oder weniger) zufällige Produktion "neuer" oder "anderer" Projekte, die jedoch nicht den Anspruch erheben, messbare Verbesserungen zu liefern. Eine Phase reinen Wandels beginnt, wobei die Selektion und Reproduktion des neuen Materials über die Kapazität des einzelnen Architekten/der einzelnen Architektin hinaus auf einen Prozess kollektiver Aneignung verweist.

Das Experiment bleibt jedoch nicht notwendigerweise auf den Entwurfsprozess beschränkt, sondern kann auch auf das Bauen übergreifen. Denn warum sollte ein neuartiger Bau nicht auch eine außergewöhnliche, neue Funktion anziehen? Solch eine spekulative Investition könnte durchaus als ein Prozess aktiven Eingreifens akzeptiert werden. Was noch vielen wie bunt zusammengewürfelte, unzusammenhängende Versuche erscheinen mag, wird sich möglicherweise schon bald als ernst zu nehmende Entwicklung herausstellen.

In dieser Logik haben auch die in der Ausstellung präsentierten Architekturprojekte nicht den Anspruch erhoben, utopische Projekte im Sinne ausgefeilter Vorschläge für ein besseres Leben zu sein. Sie stellten Fragen und verweigerten vertraute Antworten. Sie sind Mutationen mit unbestimmtem Ausgang, die als Katalysatoren für die Mitentwicklung neuer Lebensprozesse fungieren könnten.

ArchitektInnen
AA-DRL (GB), Angélil/Graham/Pfenninger/Scholl Architecture (CH), ASYMPTOTE (USA), branson coates architects (GB), COOP Himmelb(l)au (A), dECOi (F), Foreign Office Architects (GB), Greg Lynn FORM (USA), Zaha Hadid Architects (GB), Kolatan/Mac Donald (USA), Ross Lovegrove (GB), MVRDV (NL), NOX (NL), ocean D (GB), OCEAN NORTH (FIN), Pichler & Traupmann (A), propeller z (A), Karim Rashid (USA), Reiser+Umemoto (USA), Sadar Vuga Arhitekti/The Designers Republic (SLO), servo (S/CH/USA), Softroom (GB), Andreas Thaler (A), the next ENTERprise (A), UN Studio (NL), veech.media.architecture. (A)

KuratorInnen: Die Stararchitektin ZAHA HADID und PATRIK SCHUMACHER (Co-Direktor Design Research Lab, Architectural Association School of Architecture in London, Direktor des Architektenteams von Zaha Hadid)


Resümee der Ausstellung (03. März 2003):
Die Architekturausstellung "Latente Utopien", eine Kooperation zwischen dem steirischen herbst und Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas, ist am 02. März 2003 mit letztendlich 27.971 BesucherInnen zu Ende gegangen. In den letzten drei Wochen wurde die Ausstellung nochmals regelrecht gestürmt, allein am gestrigen Finaltag wurden 3.117 BesucherInnen gezählt. Über 200 Medien aus mehr als 20 Ländern haben über diese Schau berichtet. In allen namhaften Architektur- und Kunstzeitschriften Europas aber auch in amerikanischen, russischen und japanischen Fachmagazinen gab es ausführlichste Rezensionen über die "Latenten Utopien". Ein umfassendes Kunstvermittlungsprogramm begleitete die Ausstellung. Neben den sonntäglichen Ausstellungsgesprächen mit TeilnehmerInnen der Ausstellung wurden vom Verein Kunst.Werk insgesamt 82 Führungen für Erwachsene, 218 für Schulklassen abgehalten. Um etwa 30.000 Euro wurden am 02. März Ausstellungsobjekte versteigert, darunter die Arbeiten von propeller z, Softroom, ocean D und Kolatan/Mac Donald. Weitere Objekte wurden reserviert.

Eine Koproduktion von Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas und dem steirischen herbst.

Datum:25.10.2002 - 02.03.2003
Ort:Landesmuseum Joanneum





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http://www.latentutopias.at
http://www.steirischerbst.at




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