GRAZ ZWEITAUSENDDREI Kulturhauptstadt Europas
HOME SITEMAP BLINDENGERECHTE VERSION ENGLISH

Projekte A-Z
Genres
Kalender
Beiprogramm
Schulkooperationen
Programmnews-Archive

backforward
Programm


Eröffnung: Die Insel in der Mur

Schon bei ihrer Eröffnung erfüllte die Insel in der Mur (Design und architektonische Gestaltung: Vito Acconci/Acconci Studio. Idee und kuratorische Entwicklung: Robert Punkenhofer/Art Idea) ihre Funktion als Plaza für das 21. Jahrhundert voll und ganz.
Reggae-Klänge von Reggae-Explosion feat. Tim Tim Jones ließen die Gäste und BesucherInnen auf der Insel bei Minus-Graden sogar zu heißen Rhythmen tanzen.
Schon zu Beginn der Planungen für die Kulturhauptstadt bestand die Idee, die Mur - auch im Zug der Ufergestaltung - vermehrt in das Leben der Stadt zu integrieren. Den Fluss, der die Stadt einerseits teilt, andererseits auch wieder verbindet, wieder zu einem Bestandteil der Stadt werden zu lassen.
Nach einer Idee des gebürtigen Grazers Robert Punkenhofer (Art & Idea) implantiert der berühmte New Yorker Künstler Vito Acconci eine Insel in die Mur, ein modernes Gelenk zwischen dieses ungebändigte Stück Natur und das gewachsene städtische Gefüge, eines, das den Blick zu anderen Sichtweisen erzieht und den Schritt über bisher unbegehbares Terrain lenkt. Vito Acconci setzt eine Insel in die Mur. Acconci wäre nicht Acconci, hätte er einfach ein Floß in den Fluss zwischen Altstadt und Mariahilferplatz gehängt, eine simple Aussichtsplattform an ungewöhnlicher Stelle. Seine Insel ist vielmehr ein organisch in sich verwundenes Konstrukt, das er aus verschiedenen ineinander überlaufenden Muschelflächen sorgfältig komponiert und zu einem markanten "Landmark" am Wasser gemacht hat.
Die Insel erfüllt eine "sozialgeografische Funktion", wie es Eröffnungs-Moderatorin Karin Resetarits formulierte. Bisher war die Mur eher ein Hindernisgraben statt ein Erholungsgebiet. Sie teilte die Stadt in zwei Teile. Diese Teilung ist nunmehr aufgehoben, die Stadt wächst wieder zusammen. Die Insel ist auch ein Zeichen dafür, dass die Mur als ein Schatz gesehen wird. Und hier entsteht nun ein eigener Bezirk, am und im Wasser; Graz wächst nach innen.

Jedem Teil, ob geöffnet oder geschlossen, sind je nach spezifischem räumlichem Temperament entsprechende Funktionen zugeteilt. So entstehen ein kleines Café, ein Amphitheater, ein Kinderspielplatz - also alles in allem eine kleine, halb isolierte Zelle städtischer Kultur an einem Ort, der nie Stadt war, der aber über Stege jederzeit von der Stadt aus betreten werden kann, und der nun zu einem kleinen Mittelpunkt des Geschehens wird. Rund 300 Besucher werden hier Platz finden.

In der Muschelform liegt ein Amphitheater. Unter einem rundlichen "Dom", wie ihn der Künstler nennt, befindet sich ein Café. In der Verdrehung zwischen diesen beiden Formen entsteht eine phantastische kleine Landschaft, in der Kinder spielen können. Acconci lässt die Innen- und Außenräume gekonnt ineinander fließen, so wie die Wasser der Mur daneben und darunter ununterbrochen ineinander rinnen. Die Murinsel wird so zu einem Gekräusel aus Ideen und Formen, aus Funktionen und Inhalten. "Wir wollten etwas entwerfen, das sich markant in zwei Zonen teilt, und diese sollten flüssig ineinander laufen", erklärt der amerikanische Grenzgänger zwischen Architektur und Kunst sein Anliegen für Graz 2003: "Wenn Leute im Theater sitzen, sehen sie den Spielplatz als Hintergrundelement, wenn sie sich im Café befinden, schützt sie der Playground als Teil des Daches des Cafés. Diese verschiedenen Funktionen dürfen nicht radikal voneinander getrennt sein, denn das Wasser rund um diese Insel fließt und bewegt sich ständig, und wir wollten etwas konstruieren, das ebenfalls flüssig und veränderlich ist."


Design und architektonische Gestaltung: Vito Acconci/Acconci Studio. Idee und kuratorische Entwicklung: Robert Punkenhofer/Art Idea



OFFICIAL PARTNERS
SPONSORED BY