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Genre: Theater/Tanz


Gert Jonke: Chorphantasie
Konzert für einen Solodirigenten auf der Suche nach dem Orchester

Der österreichische Autor Gert Jonke, zu dessen Stilbesonderheiten wie bei kaum einem anderen zeitgenössischen Autor die Musikalisierung der Sprache gehört, unternahm in diesem Stück einmal mehr erfolgreich den Versuch, Klänge und Töne zum Sprechen zu bringen. "Chorphantasie" war ein Auftragswerk von Graz 2003 im Rahmen des Projektes "Sprachmusik".

"Es gibt gerade in unserem Jahrhundert genügend Beispiele", schrieb Gert Jonke in seinem Essay "Die Überschallgeschwindigkeit der Musik" (1990), "dass mit Literatur hervorragend Musik gemacht werden kann - ich nehme hier nur herausgegriffen Ernst Jandl oder Gerhard Rühm -, und dass es ebenso möglich ist, Musik selbst so zu beschreiben, dass sie fast oder auch wirklich zum Klingen kommt." Dies trifft ohne Abstriche auch auf Jonke selbst zu. Musikalische Prinzipien bestimmen die Textgestalt seiner Werke, Musiker, wie etwa Anton Webern in der Filmerzählung "Geblendeter Augenblick" (1986), oder Beethoven in der Theatersonate "Sanftwut oder Der Ohrenmaschinist" (1990), bilden die Angelpunkte seiner Arbeit. In seinem "Stück Naturtheater" "Es singen die Steine" (1998) ist von der "Musikerzeugungsfähigkeit botanischer Musikanten" die Rede, und dass es "glückliche Zeiten" gegeben habe, als in den Hitparaden "die Liebeslieder der Sumpflilie, die Trauergesänge der Akelei, aber auch die listigen Couplets der Fuchsien jahrelang die vorderen Ränge" besetzt hätten "und somit Leute wie Udo Jürgens, Charles Aznavour, ja sogar den großen Jacques Brel in Vergessenheit geraten ließen." So war es nur konsequent, wenn Jonke in seinem Auftragswerk für die Kulturhauptstadt 2003 "Chorphantasie" (benannt nach Beethovens "Fantasie für Klavier, Chor und Orchester c-moll op. 80") abermals die Musik in den Mittelpunkt rückt, mit einem Dirigenten als Hauptakteur, für den das Publikum zum Chor wird.

Chorphanatasie wurde mit zwei Nestroys (bedeutendster österreichischer Theaterpreis) - als "bestes Stück des Jahres" und für "den besten Schauspieler" des Jahres - ausgezeichnet.

Gert Jonke: Während der Mittelschulzeit Klavierausbildung am Landeskonservatorium Klagenfurt. Ab 1966 verschiedene Studien wie Germanistik, Geschichte, Philosophie und Musikwissenschaft in Wien. Akademie für Film und Fernsehen.
Längere Aufenthalte in London, Argentinien, Hamburg und Frankfurt. 1992 Stadtschreiber in Graz. Lebt in Wien. Ingeborg Bachmann-Preis 1977; Elias Canetti-Stipendium der Stadt Wien 1982/83; manuskripte-Preis 1984; Robert Musil-Stipendium 1990-
1993; österreichischer Staatspreis für Literatur 2001. Zuletzt erschienen: "Stoffgewitter" 1996; "Himmelstraße Erdbrustplatz oder Das System von Wien" 1999; "Insektarium" 2001.

Autor: Gert Jonke
Uraufführung: 17.05.2003

Das Buch zum Stück erschien beim Droschl Verlag.

Graz 2003 in Koproduktion mit dem Burgtheater Wien.

Datum:17.05.2003 - 20.05.2003
Ort:Schauspielhaus Graz





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