GRAZ ZWEITAUSENDDREI Kulturhauptstadt Europas
HOME SITEMAP BLINDENGERECHTE VERSION ENGLISH

Projekte A-Z
A-D
E-H
I-N
O-T
U-Z
Genres
Kalender
Beiprogramm
Schulkooperationen
Programmnews-Archive

backforward
Programm


(für Vergrößerung anklicken)







Genre: Theater/Tanz
Musik


Begehren
Musiktheater in zehn Szenen von Beat Furrer nach Texten von Cesare Pavese, Günter Eich, Hermann Broch, Ovid und Vergil

Beat Furrer projiziert in "Begehren" den Orpheus-Mythos aus der Antike in die Gegenwart. Die konzertante Uraufführung zählte bereits zu den Höhepunkten des steirischen herbst 2001. Mit der szenischen Umsetzung durch Reinhild Hoffmann (Regie und Choreographie) und Zaha Hadid (Bühne) wurde das Kulturhauptstadtjahr Graz 2003 und die neue Helmut-List-Halle eröffnet. Die Zeitschrift "Opernwelt" kürte "Begehren" zur besten Uraufführung im Jahr 2003.

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts ist den maßgeblichen KomponistInnen der Moderne die herkömmliche Oper als Überhang von Tradition zunehmend problematisch geworden. Innovative Entwürfe für Musik und Szene fordern Grenzüberschreitung, Aufhebung der etablierten Konventionen, neue Klangkonstellationen, modifizierte Vokalcharaktere und Figuren, schließlich andere Räume.
Wie aber ist es heutzutage möglich - in diesem Bewusstsein - scheinbar aufgegebene Wege kreativ wieder zu entdecken und verbindlich neu zu formulieren? Beat Furrer ist den kritischen Weg ins Offene mit dem Genre Oper als Paradigma im Wechselbezirk von Klangszene, Optik und Sprache seit den "Blinden und Narzissus" stets konsequent im Sinne von Erneuerung weitergegangen. "Begehren" ist eine Art Mythenrekurs - mehr noch: dezidiert der Versuch, den Ursprung von Oper radikal aufzudecken, mit dem Ziel, Genre und Gattung im Lichte unserer Erfahrung neu zu reflektieren. So wird in "Begehren" die Oper als Endspiel und als Spiel vom Ende aufgehoben und in Frage gestellt, als Gattung gänzlich modifiziert und zugleich umdefiniert. Mythentradition wird noch einmal vollkommen musikalisch und in Territorien eines epischen Musiktheaters überführt. Das eigentliche Drama ereignet sich nach dem großen Erschrecken - a terrendo werden sie wieder aufgeblättert: Orpheus Books. Die mythische Fabel wird aus der Antike ins Akut unserer Gegenwart projiziert: In seiner Lesart von Geschehen und Geschichte folgt Beat Furrer den rätselhaft-verschlungenen Pfaden des Orpheus-Mythos mit der Intention, die Leerstellen und Hohlräume, die sich um die Episoden aus ferner Vorzeit gebildet haben, aufzuspüren. Seine Orpheus-Metamorphosen sind Varianten und Variationen über den verbotenen Blick, über diese eine und einzige falsche Bewegung mit bekanntermaßen fatalen Folgen. Aus verschiedenen Perspektiven wird der gebrochene Mythos immer wieder umkreist, gespiegelt und reflektiert. Furrers Klanghorizonte heben dabei den Augenblick auf, bündeln Zeit und Geschichte. So wird "Begehren" zu einer Art Mythenstenogramm, einer Schicksalsmusik, worin es niemandem so recht vergönnt ist, dem Bann zu entrinnen. Die Suche nach dem anderen Zustand endet in verdoppelter Einsamkeit.

Auftragswerk / Szenische Uraufführung
Komponist und Dirigent: Beat Furrer
Regie und Choreographie: Reinhild Hoffmann
Bühnenbild: Zaha Hadid

Artikel zur Uraufführung

Eine Koproduktion von steirischer herbst und Ruhrtriennale in Kooperation mit Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas.

Datum:09.01.2003 - 18.01.2003
Ort:Helmut List-Halle





externe links:
http://www.steirischerbst.at




OFFICIAL PARTNERS
SPONSORED BY