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Genre: Ausstellungen
Film/Foto/Neue Medien

Dreifach ins Bild gesetzt
Inge Morath: Grenz.Räume
Steirisch-slowenische Wegzeichen

Inge Morath, die weltberühmte, Ende Jänner 2002 verstorbene Fotografin, ging im südsteirisch-slowenischen Grenzland erstmals auf Spurensuche: nach der eigenen Herkunft und nach dem Wechselspiel von Geschichte, Alltag und Kultur im Grenzland.

Mit dem Projekt "Grenz.Räume" hat sich die 1923 in Graz geborene Fotografin für Graz 2003 im südsteirisch-slowenischen Grenzland auf eine Wanderung begeben, die zu einer mehrschichtigen Zeitreise - geografisch, autobiografisch, historio-kulturell - wurde. Inge Morath selbst war dabei das facettenreiche Bindeglied.

Dieses letzte Projekt der Fotografin, das auf einer Idee der in Wien lebenden Filmemacherin und Journalistin Regina Strassegger basiert, widmete sich vielen Aspekten dieser speziellen Grenze, die seit 1919 existiert. Für die im Jänner 2002 verstorbene Fotografin, die sich in ihrer vielfältigen fotografischen Arbeit - u. a. für internationale Magazine wie Magnum, Life, Paris Match, Vogue - nie den spektakulären Ereignissen zugewandt hat, sondern immer versuchte, menschliche Aspekte und das Alltagsleben festzuhalten, war es auch eine Suche nach der eigenen Herkunft.

"Dieser Landstrich an der Grenze ist eine heimliche Sehnsucht von mir - machen wir was." Der Satz, den Morath im Herbst 1999 bei der ersten Begegnung mit Regina Strassegger in Wien gesagt hatte, erfüllte sich. "Eine foto-filmische Spurensuche im 'Grenz.
Raum', dem Zyklus der Jahres-, Lebens-Zeiten folgend: hin und her zwischen einst und jetzt, hüben und drüben, ländlich und städtisch, alltäglich und speziell", beschrieb Strassegger die vielschichtige Konsequenz. Sie fand ihre Ausformung in einem Film (Regie und Drehbuch: Regina Strassegger), einem Buch (Verlag Prestel), das diese letzte fotografische Arbeit von Morath beinhaltet, und einer etwa 120 Exponate umfassenden Wander-Ausstellung der Morath-Grenzland-Fotografie.
Die weltgereiste Fotografin war in dem Projekt auch auf einer Zeitreise dorthin, woher ihre Vorfahren gekommen sind, wo Morath von Kindertagen her an Klapotetz, Kürbis, Traubenmünder, Wintermärchen dachte, wo sie in einem Haus an der Grenze, im Weingarten, Freundschaft fürs Leben geschlossen hatte.
Die Familie ihrer Mutter, Wiesler-Mörath, stammte ursprünglich aus der Untersteiermark, aus dem heutigen Slowenien. Das steirisch-slowenische Grenzland ist eine Gegend, die in der Fotografin Erinnerungen weckte. "Wenn ich da als Kind mit meinem Großvater tagelang über die Weinberge und Hügel gewandert bin, wir Muscheln aus Zeiten gefunden haben, als vor tausenden Jahren hier noch Meer gewesen ist, hab ich mich gefühlt wie in einem Unterseeboot auf Weltreise", sagte Morath.
Es ist aber auch eine Gegend mit zeithistorischen und politischen Implikationen. Jahre traumatischer Grenzerfahrungen während der beiden Weltkriege, Vertreibung, Faschismus, Kommunismus, schließlich die Metamorphosen der Gegenwart haben die Gegend und ihre BewohnerInnen geprägt.

Bereits im Vorfeld des Festjahres 2003, in dem Inge Morath ihren achtzigsten Geburtstag gefeiert hätte, erschienen ihre Grenzland-Fotos als Buch (Inge Morath - Grenz-Räume. Mit einem Vorwort von Arthur Miller. Hrsg. von Regina Strassegger, München u. a., Prestel 2003).

Die Ausstellung der Morath-Grenzland-Fotografie ging nach ihrer Premiere an Moraths Todestag am 30. Jänner in Graz (Künstlerhaus) auf eine internationale Tournee, u. a. nach New York, Slovenj Gradec, Ljubljana, Koper, Tokio und Wien.

Der Film, der 2001 im Jahreszeiten-Zyklus entstand, wurde sowohl über 3sat wie im ORF-Programm ausgestrahlt. Präsentiert wurde er in deutsch-, slowenisch- und englischsprachigen Premieren in Graz, Slovenj Gradec und New York.

Idee und Konzeption: Regina Strassegger
Durchführung: Regina Strassegger (Buch und Film); Kurt Kaindl, Brigitte Blüml (Ausstellungskonzeption)

Artikel zur Eröffnung in Graz

Ein Projekt von Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas in Kooperation mit 3sat.

Datum:30.01.2003 - 02.03.2003
Ort:Künstlerhaus Graz





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