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Genre: Ausstellungen
Film/Foto/Neue Medien


Irene Andessner: WANDA SM
Eine Hommage an Wanda von Sacher-Masoch

Die erste Ehefrau Sacher-Masochs stand im Zentrum des Projektes "Wanda SM" von Irene Andessner. Sie diente ihrem Mann als Muse für die Figur der Wanda im Roman "Venus im Pelz". Das mehrteilige Projekt, in dem Andessner in die Rolle der Wanda schlüpfte, kulminierte in einer Videoinstallation im Grazer Dom im Berg mit Live-Schaltung ins ehemalige Verlies im Schloßberg, wo ein Künstler auf "Befehl" Andessners Zeichnungen herstellte.

Irene Andessner rückte die erste Ehefrau Sacher-Masochs in Form von Foto- und Videoproduktionen sowie Performances ins Zentrum der Aufmerksamkeit: Angelica Aurora Rümelin (1845 bis ca. 1908), das Vorbild für die Wanda aus seinem Roman "Venus im Pelz". In ihrer Auseinandersetzung mit der Romanfigur und ihrem realen Vorbild warf die Künstlerin auch Fragen zum Verhältnis zwischen Künstler und Muse, Mann und Frau, Sexualität und Gewalt auf.
Den Roman - heute ein Klassiker der Sexualliteratur - schrieb der in Lemberg geborene Leopold von Sacher-Masoch (1836-1895) vorwiegend in Graz. So verwies Andessner auch auf mehrere Grazer Plätze, die im Leben der Sacher-Masochs eine Rolle gespielt haben, wie beispielsweise Wandas "Geburtshaus" in der Leonhardstraße sowie literarisch belegte "Spielorte" wie das Opernhaus oder das Hotel Erzherzog Johann.

Ihren Hauptbeitrag - eine Videoinstallation - hatte die Künstlerin mit mehreren Performances und Filmproduktionen in einjähriger Arbeit vorbereitet. Bestandteil des Projektes war auch eine Live-Übertragung aus dem ehemaligen Verlies im Glockenturm des Schloßbergs, wo der polnische Künstler Piotr Dluzniewski und - nach dessen Kündigung - in der Folge vom Wiener Jazze Niederle auf Veranlassung seiner "Herrin" drei Wochen lang Fetischzeichnungen herstellte. Dem literarischen Vorbild folgend, wurde
das Arbeitsverhältnis zwischen Andessner und Dluzniewski beziehungsweise Niederle vertraglich definiert.
In diesem Vertrag heißt es u. a.: "Deine Wünsche habe ich angehört; die Bedingungen, unter denen ich den Kontakt mit Dir für eine begrenzte Zeit erdulde, sind folgende: 1. Du bist nichts als ein Werkzeug meiner Kunst; eine willige und bequeme Figur in meiner Inszenierung. Du führst Werke nach meinen Anweisungen und unter meiner Kontrolle aus und du signierst diese Werke deshalb auch mit dem Zusatz 'i. V. Irene Andessner'". Für den Fall, dass der Künstler die Werke als die Seinigen bezeichnet hätte, hatte er mit einer Strafe zu rechnen. Seine tägliche Arbeit durfte er erst nach Andessners Anweisungen beginnen und auch wieder beenden. Daneben stand es ihr jederzeit frei, ihren Vertragspartner durch einen anderen Mann zu ersetzen, bzw. hat der Künstler den Anweisungen ihrer Stellvertreter zu folgen. Im Gegenzug dazu hielt der Vertrag auch fest, dass Andessner ihrem Partner keine Gegenleistung zu erbringen habe, außer "dich gelegentlich vielleicht auszupeitschen oder auspeitschen zu lassen und dich zu demütigen". Zur Anregung der Phantasie durften Dluzniewski und Niederle Fotos und Videos ihrer "Herrin" betrachten sowie sich von Andessners Kleidungsstücken inspirieren lassen.
Zur Ausstellung erschien "Meine Lebensbeichte", der Originaltext der Memoiren von Wanda Sacher-Masoch als Künstlerbuchedition mit Bildmaterial aus Irene Andessners "Wanda SM"-Produktion und einem Dossier im Belleville Verlag, München. Parallel dazu wurde im Hotel Erzherzog Johann das "Wanda Sacher-Masoch-Zimmer" eingerichtet, das Andessner mit Leuchtkästen, Fotografien und Wanda-Accessoires als dauerhafte, regulär zu buchende Einrichtung konzipiert hat.

Idee, Konzeption, Darstellung: Irene Andessner

Ein Projekt von Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas.

Datum:25.04.2003 - 25.05.2003
Ort:Dom im Berg
Glockenturm/Schloßberg
Hotel Erzherzog Johann





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externe links:
http://www.andessner.com




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