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Genre: Film/Foto/Neue Medien
Lebensräume
Architektur/Kunst im öffentlichen Raum


real*utopia
Kunst im Stadtteil Gries

Im internationalsten und heterogensten Bezirk von Graz waren real-utopische Interventionen von europäischen KünstlerInnen zu sehen. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad ließen sich mehr als 15 Kunstwerke im öffentlichen Raum aufsuchen, die für die vorgefundenen Verhältnisse eine mögliche Zukunft schilderten.

Der öffentliche Raum stellt für die Kunst eine große Herausforderung dar. Im Gegensatz zu den "geschützten" Ausstellungsräumen in Galerien und Museen ist sie hier einer Summe von Einflüssen einer "realen" Umgebung ausgesetzt. In der Auseinandersetzung mit der Natur, den Bauten, dem Verkehr, den Menschen etc. entsteht das zeitgenössische Kunstwerk. Die BesucherInnen stehen vor einer ähnlichen Herausforderung wie die KünstlerInnen, sich auf diese komplexe Situation einzulassen und das Umfeld in die Betrachtung des Werkes mit einzubeziehen.
Der Grazer Stadtbezirk Gries liefert unzählige Ansatzpunkte für die künstlerische Arbeit. Er zeichnet sich durch eine Heterogenität aus, die ihn von den anderen Bezirken unterscheidet. Von den noblen Hotels ist es nicht weit zu den Strip-Bars; ein muslimisches Gebetshaus liegt gleich neben dem Schlachthof; in einem Park treffen BewohnerInnen des anliegenden Altersheimes auf Jugendliche und Erholung Suchende, die sich in den verschiedensten Sprachen unterhalten; aus dem Musikkonservatorium hört man Violinetüden, die von balkanischem Turbofolk aus Bars und Restaurants überlagert werden - der Bezirk steckt voller Kontraste.

Das Image des Bezirks ist stark geprägt vom hohen Anteil an MigrantInnen, was eine kulturelle Vielfalt sondergleichen mit sich bringt. In Teilen der Grazer Bevölkerung gilt der Gries jedoch nach wie vor bloß als "Arbeiterbezirk" und als Heimstatt von "Sex and Crime". Langsam aber sicher setzt sich jedoch die Meinung durch, dass Graz ohne den Gries gar keine richtige Stadt wäre.
Die Künstlerlnnen haben das Projektgebiet, einen Teilbereich des Gries mit dem Griesplatz als Zentrum, besucht und ausgiebige Beobachtungen angestellt und sich dann für einen oder mehrere Orte zur Entwicklung eines Kunstwerks entschieden. Ganz bewusst war ihnen die Wahl eines Standortes freigestellt, um die Sichtweisen nicht von vornherein einzuschränken.

Die ausgeführten künstlerischen Interventionen stellten für den jeweiligen Ort bzw. bestimmte Verhältnisse im Gries eine Utopie dar. Im Sinne dessen, dass zuerst über Funktionsweisen und Bedeutungen nachgedacht, und dass diese dann in der künstlerischen Arbeit erweitert bzw. neu definiert wurden. Über den jeweiligen Ort bzw. über den Gries selbst wurde weitergedacht, ein Blick in eine mögliche Zukunft wurde angeboten. Alle diese utopischen Ansätze waren jedoch in der Realität verankert. "real*utopia" bedeutete dem gemäß die Erzeugung einer Utopie für einen real existierenden Ort. Natürlich gibt es Utopien auf unterschiedlichen Ebenen. Sie bewegen sich zwischen zwei Polen. Auf der einen Seite steht Kunst, die sich klar an der vorgefundenen Realität orientiert und als real-real*utopisch bezeichnet werden kann, und ihr gegenüber befinden sich solche Interventionen,
die sich von der Realität stärker entfernen und als utopisch-real*utopisch gelten können.

Allen Interventionen war wie schon erwähnt eine intensive Auseinandersetzung mit dem spezifischen Ort seitens der KünstlerInnen vorausgegangen; die Ergebnisse konnten in allen Fällen als relevant in Bezug auf den Ort und die dort lebende Bevölkerung bezeichnet werden. Manche Eingriffe wiesen eine partizipatorische Komponente auf und bedingten eine Teilnahme von Gries-BewohnerInnen an der Entstehung des Kunstwerks. Einige Arbeiten waren prozessorientiert, das heißt ihr Charakter hat sich im Verlauf der Ausstellungszeit gewandelt. Ein paar Werke hatten schließlich einen praktischen Nutzen.
Der beste Ausgangspunkt für Rundgänge zu den einzelnen Kunstwerken und durch den Bezirk war der Griesplatz. Im Norden des Platzes befand sich die "real*utopia"-Infozentrale, dort gab es auch Fahrräder auszuborgen. Ein Orientierungsplan enthielt neben Informationen zu den Kunstwerken auch wesentliche infrastrukturelle, kulturelle und gastronomische Daten des Bezirks. Auf dem Weg zwischen den Kunstwerken eröffnete sich damit die Möglichkeit, die Angebote des Bezirks wahrzunehmen, den "Spirit" dieser Gegend zu erkunden und sich davon genauso überraschen zu lassen, wie von den utopischen Vorschlägen der KünstlerInnen.

Idee und Konzeption: Anton Lederer, Margarethe Makovec
Durchführung: < rotor > association for contemporary art
Beteiligte KünstlerInnen: AES, Peter Arlt/Benni Foerster-Baldenius/Wolfgang Grillitsch, Eriks Bozis, Department für öffentliche Erscheinungen, Esra Ersen, Martin Krenn/Oliver Ressler, Antal Lakner, Constantin Luser, Mihael Milunovic, Oliver Musovik, Roman Ondak, Werner Reiterer, Skart, Edda Strobl, Jun Yang.

Ein Projekt von Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas.

Datum:24.05.2003 - 26.10.2003
Ort:Cafe Oase
Griesplatz, Nordteil
Öffentlicher Raum





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