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Genre: Wissenschaft/Religion


masterminds
Europas Denk- und Lebensformen im Wandel

Europa ist im Umbruch - und was hat Graz damit zu tun? Die Vortrags- und Diskussionsreihe "masterminds" stellte Transformationen von Wirtschaft, Politik und kulturellem Selbstverständnis nach dem Ende des Kalten Krieges dar; zugleich gaben Veranstaltungen über Spitzenforschung in und aus Graz und steirische Kunst von europäischem Rang einen Eindruck von der Kulturhauptstadt.

Österreich, die "Versuchsstation für Weltuntergänge", hat wie kaum eine andere europäische Nation eine Abfolge politischer Systeme erlebt, welche gegensätzliche Absolutheitsansprüche zur Geltung bringen wollten. Entsprechend wechselten die "unverbrüchlichen" Werte und Wahrheiten, wie sie für Politik und Religion, Wirtschaft und Kultur jeweils reklamiert wurden. Vielleicht schuf diese Erfahrung günstige Voraussetzungen dafür, sich im Rahmen der Vortrags- und Diskussionsveranstaltungsserie "masterminds" zwei Zielen anzunähern: Einerseits dem makroskopischen Wandel von Denk- und Lebensformen in Europa im Zeitalter der Globalisierung, andererseits im Mikro-Bereich der Steiermark den Ansätzen regionaler Veränderungen der künstlerischen und wissenschaftlichen Welterfahrung.
Europa insgesamt sieht sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu einer Neubestimmung seines Selbstverständnisses herausgefordert. Die Tendenzen der Internationalisierung und Globalisierung beschleunigen sich und sind auch von radikalen Änderungen in Religion, Moral und Kunst begleitet. Fragen nach dem Wert des Eigenen und des Fremden, Grundfragen der Sozialphilosophie und Gesellschaftsanalyse stehen ebenso zur Debatte wie der Nutzen des wissenschaftlichen Erbes des 20. Jahrhunderts für die Zukunft. Diese Perspektive wurde im Rahmen des Projektes von internationalen ExpertInnen in Graz entwickelt. Organisator und Leiter des Projektes war der Grazer Soziologe Karl Acham; ihm war es gelungen, dafür eine Reihe von bedeutenden Vortragenden zu gewinnen, darunter vier NobelpreisträgerInnen: Manfred Eigen, Jean-Marie Lehn, Christiane Nüsslein-Volhard und Paul J. Crutzen.
Der internationalen Sicht wurde die regionale gegenübergestellt. Um den Blick von innen nach außen zu schärfen, beschäftigten sich mehrere Veranstaltungen mit den großen Traditionen der steirischen Kunst und Wissenschaft. Bedeutende Persönlichkeiten wurden in Erinnerung gerufen: der Architekt Fischer von Erlach, der Musiker Fux, der Mediziner Auenbrugger, der Orientalist Hammer-Purgstall, der Psychiater Krafft-Ebing, der Nationalökonom Schumpeter, der Chemiker Pregl, der Physiologe und Pharmakologe Loewi, der Verhaltensforscher Frisch sowie die Physiker Kepler, Mach, Boltzmann und Schrödinger, um nur einige Namen zu nennen.
Das Projekt "masterminds" lief seit 2001 auf 2003 zu. Damit die im Rahmen der Veranstaltungsreihe gehaltenen Vorträge nachhaltig wirken können, wurden die wichtigsten Inhalte der Europa-Veranstaltungen in einer Schriftenreihe mit dem Namen "Zeitdiagnosen. Studien zur Geschichts- und Gesellschaftsanalyse" veröffentlicht. Die Bände 1 und 2 ("Europa - wohin?"; "Moral und Kunst im Zeitalter der Globalisierung") erschienen schon im Herbst 2002 im Passagen Verlag Wien. Die Vorträge zu Grazer KünstlerInnen, PhilosophInnen, Kultur- und NaturwissenschaftlerInnen sowie TechnikerInnen fanden in den Sammelbänden "Unbehagen und Ambivalenzen in Kultur und Politik" (Band 3) sowie "Faktizitäten der Macht" (Band 4) ihren Niederschlag.

Idee und Konzeption: Karl Acham

Ein Projekt von Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas in Zusammenarbeit mit dem Institut für Soziologie der Karl-Franzens-Universität Graz.

Datum:01.03.2001 - 31.12.2003
Ort:Meerscheinschlössl, Festsaal





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http://www.uni-graz.at/graz2003/




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