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Genre: Theater/Tanz

Immigrant/Innen in Europa
Butterfly Blues
Ein Stück von Henning Mankell

"Butterfly Blues", ein mehrsprachiges Bühnenwerk des weltberühmten Romanschriftstellers Henning Mankell, wurde von KünstlerInnen des Grazer Schauspielhauses und des Teatro Avenida (Mosambik) gemeinsam realisiert. Das Stück entstand auf Anregung des Grazer Schauspielhauses und konfrontiert die ZuseherInnen nicht nur thematisch, sondern auch künstlerisch und sprachlich mit der Welt afrikanischer ImmigrantInnen.

"Wir machen eine Komödie über die Absurdität, wie wir Menschen behandeln": knapp umriss Henning Mankell sein Theaterprojekt für Graz 2003.
Die Welt kennt den Schweden Mankell (Jahrgang 1948) nicht als Dramatiker. Es sind seine bösen, illusionslos mit den Abgründigkeiten der menschlichen Seele umgehenden Kriminalromane, die Millionen LeserInnen in ihren Bann ziehen. In Graz bot sich anlässlich des Kulturhauptstadtjahres die spannende Gelegenheit, dem berühmten Schriftsteller als Theatermacher zu begegnen - als Stückschreiber wie als Regisseur. Zum Auftakt der Kulturhauptstadt-Aktivitäten am 10. Jänner gelangte "Butterfly Blues" von Henning Mankell, inszeniert vom Autor selbst, zur Uraufführung. Das Stück wurde koproduziert mit dem Schauspielhaus Graz und dem Teatro Avenida aus Maputo in Mosambik, das von Mankell seit 1986 künstlerisch wie finanziell kraftvoll unterstützt wird.
In Maputo, der Hauptstadt von Mosambik, hat der Schwede Mankell seine zweite Heimat gefunden; er teilt schon lange Zeit seinen Lebensmittelpunkt zwischen seinem Geburtsland im europäischen Norden und der im Südosten des Kontinentes Afrika gelegenen Republik. "Ich stehe mit einem Fuß im Schnee, mit dem anderen im Sand." Entsprechende Erfahrungen dieser wechselvollen Existenz wie auch die Faszination für die rhythmische Ästhetik afrikanischer Theaterformen flossen in das Kulturhauptstadt-Auftragswerk ein. Er wolle, sagte der Autor während seines ersten Graz-Besuches im Mai 2002, "die Chancen nutzen, den Menschen zu zeigen, dass Dinge wie unterschiedliche Hautfarbe absolut keine Bedeutung haben. Und dass es völlig absurd ist, von legalen und illegalen Einwanderern zu reden. Was soll das denn sein, ein illegaler Mensch? In Europa scheint man vergessen zu haben, dass Einwanderung etwas ganz Normales ist. Dass alle Nationen aus Immigranten bestehen. Auch ich bin ein Einwanderer in Schweden. Ich bin dort geboren, aber die Vorfahren meiner Eltern sind vor 200 Jahren aus Frankreich und Deutschland eingewandert. Da liegen also nur ein paar Generationen zwischen Emigranten und so genannten Einheimischen."
Das Stück ist Bestandteil einer insgesamt fünfteiligen Serie, die sich schon über mehrere Jahre mit dieser Thematik beschäftigt. Konkret behandelt "Butterfly Blues" die Lebensverhältnisse afrikanischer ImmigrantInnen in der EU . Das Engagement Mankells für Graz 2003 ist einer Initiative der Schauspielhaus-Dramaturgin Claudia Romeder-Szevera zu verdanken; sie hatte den Autor kontaktiert und ihm vorgeschlagen, dies in einem Theaterstück zu thematisieren. Und es sei, sagt die Dramaturgin, "erstaunlich problemlos" gewesen, Mankell dafür zu interessieren. Das Stück erschloss seine brisante Aktualität auf der Bühne auch über Mehrsprachigkeit - eine reizvolle Herausforderung für Publikum wie für InterpretInnen. KünstlerInnen des Teatro Avenida und des Grazer Schauspielhauses waren für diese Produktion KollegInnen, PartnerInnen. Eine unschätzbare, Erfahrung für beide Seiten.


Autor/Regie: Henning Mankell
KünstlerInnen: Manuela Soeiro und Gabi Mai (Ausstattung), Mariana Venancio Dove und Matthias Loibner (Musik), Lucrecia Paco, Graca Silva, Johannes Lang, Stefan Maaß (SchauspielerInnen)


Artikel zur Uraufführung

Eine Koproduktion von Teatro Avenida/Mosambik, Schauspielhaus Graz und Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas.

Datum:10.01.2003 - 19.02.2003
weitere Aufführungen am 28., 29., 30. und 31.05.2003
Ort:Schauspielhaus Graz





externe links:
http://www.theater-graz.com/




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