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Genre: Ausstellungen
Lebensräume
Wissenschaft/Religion


Berg der Erinnerungen
Grazerinnen und Grazer erinnern sich

Die Geschichte von Graz ist die Geschichte ihrer Bewohnerinnen und Bewohner. Daher wurde die Grazer Bevölkerung gebeten, ihre Erinnerungen zur Verfügung zu stellen, um sie in einer Ausstellung im Schloßbergstollen einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Insgesamt zirka 20.000 Erinnerungsstücke waren das beeindruckende Resultat dieses Kommunikations- und Rechercheprojektes: Fotografien, Dokumente, Gegenstände mannigfaltiger Art sind für alle Interessierten nach wie vor weltweit unter www.berg03.at abrufbar.

Im Frühling 2002 hat das wissenschaftliche Team von BISDATO Ausstellungs- & Museumsregie (Karl Stocker, Heimo Hofgartner, Katia Schurl) begonnen, die Ausstellung "Berg der Erinnerungen" zu konzipieren, eine Ausstellung, die sowohl das Agieren und Erleben des einzelnen Menschen wie auch die "kommunikative" Geschichte der Stadt zeigte. Da nicht alle Objekte in die Ausstellung Eingang finden konnten, wurden zirka 1.000 aussagekräftige Exponate ausgewählt, die vom Gestaltungsteam unter der Leitung von Erika Thümmel in den Stollen des Grazer Schloßbergs in Szene gesetzt wurden.

Das labyrinthische Stollensystem im Inneren des Berges diente dabei der Ausstellung als Metapher für die verschlungenen Pfade des Gedächtnisses. Die Besucherinnen und Besucher konnten sich - wie durch die Windungen des Gehirns - in jede Richtung frei bewegen, um Altbekanntem, auch fast Vergessenem und vielleicht sogar Verdrängtem wieder zu begegnen - aber auch Seiten ihrer Stadt kennen zu lernen, die räumlich zwar nahe, aber doch vielleicht wenig vertraut sind. Die Wege, auf denen sie durch die Ausstellung wanderten, folgten somit eher den Pfaden der spontanen Assoziation, als denen einer rigiden Chronologie. Überdies konnten manche Bereiche des Stollensystems im Rahmen dieser Ausstellung erstmals seit 58 Jahren wieder betreten werden.

Die insgesamt 17 Themen der Ausstellung "Berg der Erinnerungen" gruppierten sich um mit Graz verbundene persönliche Erfahrungen und Erinnerungen. Die Überschriften, welche auf den thematischen Schwerpunkt eines Abschnittes hinwiesen, sind ausschließlich den Interviews mit den ErinnerungsspenderInnen entnommen worden. So wurde etwa das Thema Arbeit betitelt mit "Und das war meine Aufgabe", das Thema Terror und Widerstand in der NS-Zeit mit dem Zitat eines Widerstandskämpfers "Der Kopf ist gleich weg!", oder das Thema Immigration mit dem Titel "Also diese Jahre, die möchte ich keinem wünschen".

Gestalterisch wurden die authentischen Erinnerungsstücke als Kristallisationspunkte der Erinnerungen verstanden. Als Auslöser einer gedanklichen Assoziationskette schwebten sie frei im Zentrum euklidischer Körper. Diese Plexiglaskuben, -tetraeder oder -oktaeder standen folgerichtig nicht auf statischen Podesten, sondern schwebten frei vor den felsigen Wänden der Stollen. Der Einblick in diese Kristalle wurde nicht aus jedem Blickwinkel gewährt, waren doch manche Wände der Kuben nicht transparent, sondern je nach Objekt und Stollenhintergrund buntfarbig, schwarz, verspiegelt oder transluzent. Und somit sah man abgesehen vom Objekt selbst dessen Schattenbild, nur erahnbare Umrisse oder ein in eine bestimmte Farbe getauchtes Bild desselben.

Als Ergänzung und Erweiterung zur Ausstellung der Objekte waren die britischen VJs von Coldcut + Headspace eingeladen, sich mit der Geschichte von Graz künstlerisch auseinander zu setzen: Eine Auswahl der von Grazerinnen und Grazern eingebrachten Tondokumente, Filme, Videos und Fotos konnten in einer interaktiven Installation angesteuert und vom Publikum aktiviert werden, indem durch Betreten der in die Bodenplatten eingelassenen Sensoren die jeweiligen Projektionen ausgelöst wurden. Durch diesen Re-Mix von Geschichte entstanden für die Besucherinnen und Besucher völlig neue inhaltliche und ästhetische Zusammenhänge und Gegenüberstellungen, die eindrucksvoll die Relativität von Geschichtsdarstellungen zeigten.
Aufgrund des großen Publikumsinteresses wurde die Laufzeit der Ausstellung um einen Monat verlängert.

Ausstellung "Berg der Erinnerungen"
Ort: Schloßberg
Dauer: 21. März bis 26. Oktober 2003


Zur nachhaltigkeit des "Berg der Erinnerungen"

Rahmenprogramm der Ausstellung "Berg der Erinnerungen"

KATALOG zur Ausstellung "Berg der Erinnerungen", Hrsg. von Heimo Hofgartner, Katia Schurl, Karl Stocker


Ausstellung "Haus der Erinnerungen"
Ort: Kastner+Öhler Graz, Eingang Sackstraße, 4. Stock
Dauer: 06.06.-18.10.2003

Anlässlich des 130-jährigen Bestehens der Firma Kastner+Öhler und inspiriert durch die Aktivitäten von Graz 2003 gestaltete Kastner+Öhler die Ausstellung "Haus der Erinnerungen". Im 4. Stock des Haupthauses in der Grazer Sackstraße wurden Erinnerungen aus vergangenen Tagen rund um das traditionsreiche Grazer Kaufhaus wachgerufen. Von historischen Dokumentationen bis hin zu persönlichen Erinnerungen von ZeitzeugInnen.

Ein Projekt von Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas.

Datum:21.03.2003 - 26.10.2003
Ort:Kastner+Öhler
Palais Thienfeld
Schloßbergstollen
Stadtparkpavillion (neben Forum Stadtpark)
Uhrturmkasematten



Subprojekte:
Granny's Videos


THEMENSPONSOREN:
  
 
externe links:
http://www.berg03.at




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