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Resümee des St. Petersburg-Schwerpunktes
Mit einem großen Reigen russischer Kunst feierte Graz 2003 das 300-jährige Bestehen seiner Schwesterstadt

Am Sonntag dem 23.02.2003 fand das Graz-Gastspiel des St. Petersburger Mariinsky-Theaters durch eine Matinee in der Oper zu einem eindrucksvollen Finale. Damit kommt ein umfassender St. Petersburg-Schwerpunkt des Kulturhauptstadt-Programms zu seinem vorläufigen Ende. Denn neben dem berühmten Mariinsky-Theater fand mit dem Projekt "spb.bildende.diskurs.film.rock." auch aktuelle Kunst aus dem schillernden St. Petersburger Underground nach Graz. Ca 4000 Besucher erlebten "spb", ca 14 000 Besucher das Mariinsky-Theater.

Für einige Wochen hat russische Kunst aus St. Petersburg das Programm von Graz 2003 dominiert. Gründe dafür gibt es genug: Nicht nur, dass die große Schwesterstadt von Graz heuer ihr 300-Jahre Jubiläum begeht, es wurde der einstigen Zarenstadt heuer auch der Europäische Kulturmonat zugesprochen. Zu Jahresbeginn reiste eine große russische Delegation nach Österreich, um an der Eröffnung von Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas in der Grazer Oper teilzunehmen, wo wenige Wochen später das weltberühmte Mariinsky-Theater mit seinen Solisten, seinem Orchester, seinem Chor und seinem Ballett unter der Leitung des charismatischen Stardirigenten Valery Gergiev sein bislang größtes Gastspiel geben sollte. "Pique Dame" (11.02.2003) und ein Doppelabend mit "La Cleopatra" und "Oedipus Rex" (12.02.2003) eröffneten das Grazer Gergiev-Gastspiel. Am 15.02. folgte die Premiere von Tschaikowskis "Mazeppa", im Rahmen des Projekts "Ikonen des 20. Jahrhunderts" bestritt das Mariinsky-Orchester unter Valery Gergiev am 20.02.2003 einen Abend mit Werken von Strawinsky und Cerha und am 23.02.2003 gab es schließlich eine Konzertmatinee mit Valery Gergiev und dem Mariinsky Orchester. Solist war der Grazer Pianist Markus Schirmer. Am selben Tag wurde Valery Gergiev das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Graz verliehen. Sämtliche Vorstellungen waren ausverkauft. Bei insgesamt elf Opernabenden und einer Konzertmatinee im Grazer Opernhaus waren dies gezählte 13.180 Besucher, hinzu kommt noch das Konzert in der ausverkauften Helmut-List-Halle.

Das Mariinsky-Gastspiel im Spiegel der Kritik
"Am Ende gab es tosenden Applaus für alle Mitwirkenden ... So stand der erste Abend des St. Petersburger Mariinsky-Theaters, das derzeit im Grazer Opernhaus gastiert, unter allen Zeichen eines Erfolgs", berichtete Der Standard von der "Pique Dame"-Premiere. Und Die Presse schrieb hinsichtlich der zentralen nächtlichen Szene des Werkes von einer "wahrhaft einzigartigen Darstellung der Nachtseiten humaner Existenz, ganz aus dem Geist der genialen Novellenvorlage Puschkins". "In seiner bekannten Art, mit Händen wie nervöses Vogelgeflatter, formte er flexibel den vermeintlich spröden Klang, sorgte für subtile Abschattierungen wie Härte, und machte so den Abend unvergesslich", zeigte sich die Süddeutsche Zeitung von Valery Gergiev anlässlich des mit Regisseur Sir Jonathan Miller eigens für Graz erarbeiteten Doppelabends (Cimarosas La Cleopatra und Strawinskys Oedipus Rex) beeindruckt Als dritte Opernproduktion folgte schließlich Tschaikowskis selten gespielte "Mazeppa", zu deren Inszenierung die Salzburger Nachrichten schrieben: "Russische Weite bestimmt das fast vierstündige Opern-Epos. Und doch ist die Grazer Aufführung immens packend, weil Valery Gergiev mit sicherer Hand abwägt zwischen Lyrik und den treibenden Kräften. ... Die Besetzung in Graz ist Sonderklasse und überzeugt durch das ausgewogene Kräftespiel im Ensemble."
Von einer "Sternstunde bei den 'Ikonen des 20. Jahrhunderts' in der Grazer Helmut-List-Halle" schrieb die Kleine Zeitung anlässlich des Mariinsky-Beitrages zu der Konzertreihe, von "musikalischer Erfüllung" und entsprechenden "Standing Ovations" berichtete Der Standard. Begeistertes Lob kam auch von Aric Chan, Metropolis Magazine (USA): "Das Mariinsky-Konzert im Rahmen der Serie 'Ikonen des 20. Jahrhunderts’ war ein wunderbares Erlebnis. So eine geballte Ladung Musikalität habe ich wirklich noch nie erlebt - noch dazu in dieser akustisch offensichtlich einzigartigen Helmut-List-Halle." "Die erste Zusammenarbeit zwischen dem Grazer Pianisten Markus Schirmer und Stardirigent Valery Gergiev zeitigte glänzenden Erfolg," schrieb die Kleine Zeitung über die Mariinsky-Matinee in der Oper und attestierte "verzückten Fanatismus".

spb - bildende.diskurs.film.rock. Aktuelle Kunst aus St. Petersburg
Mit zwei großen Ausstellungen ("Tod im Venedig des Nordens" in der Grazer Galerie < rotor > und "Live! Aktuelle Kunst aus Petersburg" im forum stadtpark), einem Filmfestival sowie zahlreichen Diskussionsveranstaltungen, Konzerten und Partys präsentierten die KuratorInnen, Herwig Höller, Judith Schwentner und Bernhard Wolf, über 50 Künstler und ein breites Spektrum aktueller russischer Kunst aus St. Petersburg in Graz. Zu sehen und zu erleben war Russisches aus den Bereichen Architektur, Comic, Film, Hip-Hop, Literatur, Philosophie, Performance, Video, elektronische Musik und Fotografie.
"Das groß angelegte Projekt 'spb.bildende.diskurs.film.rock' ist - auch international gesehen - seit Jahren die umfassendste Präsentation der Sankt Petersburger Kunst", so die Kronen Zeitung.
Die Ausstellung "Tod im Venedig des Nordens", als Gastspiel beim "Balkankonsulat" des < rotor > konzipiert, lockte geschätzte 1240 Besucher in die junge Grazer Galerie; die Ausstellung "Live! Aktuelle Kunst aus Petersburg" brachte immerhin ca. 900 Besucher ins forum stadtpark. Nicht mitgezählt sind dabei die zahlreichen Diskussionsveranstaltungen, der "antik barocke" Fotoworkshop, die Comic-Präsentation von Kirill Suvalov und die Modeperformance der Wiener "boutique gegenalltag", der Filmworkshop im forum stadtpark und das Filmfestival im Rechbauerkino sowie die Konzerte von "Pep-see", "VolkovTrio + Fedorov" "Lja Minor", der Abend zur neuen Elektronik (New Electronic Music) aus St. Petersburg und anderes. Alleine bei der Eröffnungsgala à la russe wurden mindestens 500 Besucher gezählt, ebenso beim großen Schlusscaramba.

Wie es weitergeht mit dem St. Petersburg-Schwerpunkt
Zwar sind mit dem Gastspiel des Mariinsky-Theaters und dem Projekt "spb" die beiden großen Russland-Projekte im Programm der Kulturhauptstadt abgeschlossen, die kulturelle Achse Petersburg/Graz wird aber das ganze Jahr weiterbestehen - und vielleicht auch darüber hinaus. Eine Fortsetzung der St. Petersburg-Kontakte ist etwa beim "Projekt: Interreligiöses Europa" zu erleben, das durch eine große interreligiöse Konferenz im Juli 2003 und ein breit gefächertes Rahmenprogramm erstmals Stadtpolitiker und Religionsvertreter aus ganz Europa versammelt, um den interreligiösen Dialog mit konkreten Fragen des multi-ethnischen Zusammenlebens in den Städten zu verknüpfen. Ebenfalls fokussiert wird St. Petersburg auch im Rahmen des Projektes KAVN (KUNST://ABSEITS VOM NETZ), das ein symbolisches U-Bahn-Netz durch Europa legt, um an mehreren Orten des Kontinents Kunst als soziale Intervention zu verwirklichen und zu dokumentieren.



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