GRAZ ZWEITAUSENDDREI Kulturhauptstadt Europas
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Graz 2003: Die Bewerbung
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Graz - Die Bewerbung

Als damals noch junges Mitglied der EU bekam Österreich 1998 die Möglichkeit eine seiner Städte für den Titel "Kulturhauptstadt Europas" zu nominieren. Die Österreichische Bundesregierung hatte Graz zu diesem Zeitpunkt bereits zweimal für den Titel "Kulturhauptstadt Europas" nominiert. Beim ersten Mal (1988) wurde Graz mit der Durchführung des "Kulturmonats" 1993 beauftragt, einer Veranstaltung, die die EU für Städte außerhalb der Union kreiert hatte, um ihnen auf diese Weise die Möglichkeit zur Partizipation und Zusammenarbeit am Kulturhauptstadt-Programm zu geben. Bei der Bewerbung für 1998 bzw. 1999 wurden Stockholm bzw. Weimar vorgezogen. Ursprünglich hätte Graz im Jahr 2000 die zehnte Kulturhauptstadt werden können und somit aber das gleiche Schicksal erlitten wie seine neun Mitstreiter - nämlich unbemerkt zu bleiben. Deshalb wurde entschieden - auch auf die Gefahr hin, dass das Unternehmen Kulturhauptstadt aufgrund des relativen Misserfolges im Jahr 2000 abgeschafft werden könnte - Graz für das Jahr 2003 zu nominieren. Dieses Mal wurde der Titel tatsächlich Graz zugesprochen, das ihn im Jahr 2003 mit keiner anderen zu teilen brauchte. Die Stadt St. Petersburg, die 2003 auch ihr 300-jähriges Jubiläum feiert, fungierte in diesem Jahr als Kulturmonatsstadt - einige gemeinsame Projekte waren das Resultat.

Welche Gründe aber sprachen für Graz als Kulturhauptstadt - und versus Wien oder Salzburg?
Bereits seit 1990 legten die KulturministerInnen der EU Wert darauf, nicht mehr die Metropolen zu Kulturhauptstädten zu ernennen, sondern kleinere, nicht so bekannte Städte. Bekannt war auch, dass man in Brüssel von der Stadt Graz eine besondere Kompetenz betreffend Ost- und Südosteuropa erwartete. Auch der interreligiöse Dialog fehlte nicht in der Geschichte von Graz und schlug sich nun auch im Programm von Graz 2003 nieder.
Während des "Kalten Krieges" war Graz als westeuropäische Stadt in unmittelbarer Nähe des "Eisernen Vorhangs" in keiner günstigen touristischen Position, fungierte aber als erster Brückenkopf für KünstlerInnen und Kulturschaffende aus Osteuropa. Hier konnten sich viele über neueste Strömungen der Gegenwartskunst informieren und ihre eigene Arbeit "im Westen" präsentieren. Diese Verbindungen zum Südosten Europas wurden für Graz zu einer tragfähigen Basis für neue Brückenschläge während der großen Veränderungen, die die europäische Gegenwart prägen. Schon im Zuge der Durchführung des "Europäischen Kulturmonats" 1993 stand diese neue Rolle von Graz als Tor zum Südosten des Kontinents im Zentrum des Programms. 2003 positionierte sich Graz als Kulturhauptstadt inmitten eines neuen Europas.
"Graz", heißt es in der Bewerbung der Stadt um den Titel "Kulturhauptstadt Europas", "liegt seit Jahrhunderten am Schnittpunkt der europäischen Kulturen. Hier konnten sich romanische und slawische, auch magyarische und germanisch-alpine Einflüsse zu einem ganz spezifischen Charakter verbinden."
Ein Charakter, dem eine ganz besondere Lust an der Innovation wohl nachzuweisen ist. Und das nicht nur in den Bereichen Wissenschaft und Wirtschaft. Im 20. Jahrhundert zählte Graz mit dem Forum Stadtpark als Keimzelle zeitgenössischer Kunst und bedeutender Literatur und mit dem internationalen Festival "steirischer herbst" zu den Ausgangspunkten der internationalen Avantgarde. Was vermutlich eine gute Basis ist, sich den Herausforderungen des ständigen Wandels von Kultur und Gesellschaft im 21. Jahrhundert zu stellen.



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