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Programm

Genre: Literatur

Der Kontinent - literarisch
Es liegt was in der Luft....
Die Himmel Europas

Wie stellt sich Europa dar, wenn dieser Kontinent mehr sein soll, als GeografInnen, PolitikerInnen oder Betriebswirte über ihn zu sagen wissen? Wenn es als ein jeweiliges Stück Welt erlebt wird, das in ein bestimmtes Licht getaucht ist, über das ein besonderer Wind weht, dessen Luft eine unvergleichliche Beschaffenheit hat?

Es darf unterstellt werden, dass Europa als politisches und wirtschaftliches Zweckgebilde, wie es die EU-Rhetorik definiert, nicht unbedingt ein Wunschthema der Literatur ist. Europa in diesem Verständnis stellt sich zu abstrakt dar, um Anreize für die literarische Darstellung zu bieten. Literatur, auch wenn sie Themen von großer Allgemeinheit und überindividuellem Zuschnitt behandelt, sucht die Verankerung in der subjektiven Erfahrung, in konkreten Räumen und Lebenszusammenhängen. Die Herausforderung lautete also, Europa als besonderen Erfahrungsraum zu vergegenwärtigen, besser: als Raum besonderer Erfahrungen, in dem der blühende Eigensinn zugleich auch den Sinn des "Ganzen" hervorbringt. Es sind die Luft, das Licht, der Wind, die gleichsam die Elementarstoffe bilden, aus denen die subjektive Erfahrung gemacht ist. Der Himmel über Europa scheint überall der gleiche zu sein und ist doch überall ein anderer Himmel. Hier setzte das Projekt an: Wie stellt sich Europa dar, wenn es nicht als Abstraktum erlebt wird, sondern als ein besonderes Stück Welt?
Diese Frage zu beantworten, waren AutorInnen aus allen Regionen Europas eingeladen, aber auch solche, die Europa zu ihrer Wahlheimat gemacht haben oder über eine Außenperspektive auf diesen Kontinent verfügen. Sie verfassten für Graz 2003 Texte, die die Erfahrung eines selbstgewählten europäischen Schauplatzes thematisieren und gerade über das radikal Subjektive dieser Erfahrung, über die sinnliche Evidenz von Licht, Luft und Wind, über Sehen, Atmen, Spüren so etwas wie die Einheit in der Vielfalt europäischer Himmel andeuten.
Das Licht, die Luft, der Wind, der Himmel: sie wirken schwerelos, nahezu immateriell und geben doch dem Materiellen erst Gewicht und Kontur. In diesem Sinn sollte Europa fassbar werden auf dem Weg über das weithin Unfassliche "atmosphärischer" Gegebenheiten, über Gerüche, Düfte, sinnliche Anmutungen etc., und selbstverständlich nicht als Totalität, sondern als Ensemble symptomatischer Fragmente.
Die Texte wurden im Juni 2003 von einzelnen AutorInnen im Literaturhaus gelesen und in Buchform ("Es liegt was in der Luft. Die Himmel Europas", Verlag Droschl) präsentiert.

Idee und Konzeption: Gerhard Melzer
Durchführung: Literaturhaus Graz

AutorInnen: Inger Christensen (Dänemark), Belén Gopegui (Spanien), Ismael Kadare (Albanien), Alfred Kolleritsch (Österreich), Claudio Magris (Italien), Herta Müller (Rumänien/Deutschland), Emine Sevgi Özdamar (Türkei/DeutschLand), Ilma Rakusa (Slowakei/Schweiz), Maria Rybakova (Russland/Niederlande), Eric-Emmanuel Schmitt (Frankreich), Biljana Srbljanovic (Jugoslawien), Yoko Tawada (Japan/Deutschland), Urs Widmer (Schweiz), John Wray (USA/Österreich) und Joseph Zoderer (Italien)

Ein Projekt von Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas in Kooperation mit dem Literaturhaus Graz.
Unterstützt von EU-Japan Fest

Datum:13.06.2003 - 15.06.2003
Ort:Literaturhaus





externe links:
Literaturverlag Droschl
Literaturhaus Graz




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