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Phantom der Lust. Visionen des Masochismus in der Kunst
Ausstellung


Zwei Klassiker der Sexualliteratur, "Venus im Pelz" (1869) und "Psychopathia sexualis" (1886), sind unmittelbar mit Graz verbunden. "Venus im Pelz" gilt als Prototyp für das Schreiben von Leopold von Sacher-Masoch (1836-1895) und seiner Frau Wanda und von masochistischen Phantasien allgemein. Während die Person Sacher-Masochs weitgehend in Vergessenheit geraten ist, hat das Werk nachhaltige Wirkung erlangt. Anhand des Romans "Venus im Pelz" (1869), mittlerweile ein Klassiker der Literatur, definierte der Grazer Arzt Richard Freiherr von Krafft-Ebing (1840 - 1902) in dem medizinischen Standardwerk "Psychopathia Sexualis" (1886) den Begriff des "Masochismus" als Bezeichnung für die Symptome einer sexuellen Spielart in der Verbindung von Schmerz und Lust. In weiterer Folge wurde der Masochismus in Film, Literatur, Philosophie, Musik und bildender Kunst Gegenstand zahlreicher Untersuchungen und Auseinandersetzungen, welche das Phänomen in seinen vielschichtigen soziohistorischen Zusammenhängen reflektieren.
Davon ausgehend wurrde eine Geschichte der Sexualität in der Kunst als Ausstellung konzipiert, die den Einfluss Sacher-Masochs von der Jahrhundertwende bis zur Gegenwart nachzeichnete. Die Ausstellung reflektierte den künstlerischen Zugang, wie in der Kunst die sozialen, politischen und psychoanalytischen Bedingungen des Masochismus rezipiert wurden: Der masochistische Körper, die Konstruktion der grausamen Frau, Macht-Beziehungen bzw. Masochismus als explizite Thematisierung von Macht in Beziehungen, Fetisch und Ritual als wichtige Elemente der masochistischen Inszenierung sowie Masochismus unter anderem als psychologische Beschreibungskategorie von Weiblichkeit. Die visuelle Repräsentation des Masochismus in der Kunst bezog sich nicht auf das Sexuelle, sondern der gesamte Komplex von Strafe und Resistenz, von Überwachung und Opfer, von Immersion und Inversion, von Lust und Leid wurde beleuchtet.

Kurator: Peter Weibel, Michael Farin
Co-Kuratorinnen: Christa Steinle, Elisabeth Fiedler
Eröffnung: Freitag, 25. April 2003
26. April - 24. August 2003

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